Als Zahnärztin ist Andrea Hemmerich nah am Menschen. Hier fachkundig und empathisch zu agieren, hat sie von ihren vielen inspirierenden Wegbegleiter:innen gelernt.

Ann-Katrin Roscheck

Wenn Dr. Andrea Hemmerich lacht, tanzen die Sommersprossen in ihrem Gesicht. Wenn die 43-Jährige erzählt, bewegen sich die mit bunten Armbändern geschmückten Hände energisch. Und wenn sie einen Ratschlag gibt, ist dieser immer ehrlich gemeint und nimmt denjenigen, der gerade vor ihr sitzt, in seiner Beschaffenheit ernst.

Andrea macht keine halben Sachen. Die Zahnärztin ist eine Frau der gutüberlegten Tat. Sie weiß aber auch, dass für den Prozess der bewussten Entscheidung Bojen wichtig sind, an denen sie sich immer wieder orientieren kann. Für Andrea haben diese Bojen menschliche Gestalt. Es sind Freunde, die ihre Werte an die Zahnärztin weitergegeben haben, die sie heute in ihrer eigenen Zahnarztpraxis an der Goethestraße vertritt. Wie andere Menschen ganz besondere Bilder in Alben sammeln, sammelt Andrea wertvolle Wegbegleiter.

Hans-Rudolf

Nach dem Abitur an der Ostsee wollte Andrea so weit weg wie möglich. München war ihr ausgesuchtes Ziel. „Mit 18 Jahren aber wusste ich noch überhaupt nicht, was ich vom Leben will“, erinnert sie sich. „Es war ein Glücksgriff, dass ich bei Hans-Rudolf landete.“ Hans-Rudolf war damals Zahnarzt einer großen Praxis und Förderer der jungen Frau. Nach einem Praktikum brauchte der Doktor nicht lange, um Andrea davon zu überzeugen, bei ihm eine Ausbildung zu absolvieren. „Er sagte bereits nach wenigen Tagen, dass er sich sicher sei, dass ich anschließend Zahnmedizin studieren werde“, erinnert sie sich. „Und so kam es. Ich schrieb mich nach der Ausbildung in Aachen ein.“ Von Hans-Rudolf nahm sie mit, wie wichtig es ist, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben.


Professor Dr. Dr. S.

So begann Andrea in Aachen zu büffeln. Sie lernte ununterbrochen, arbeitete gleichzeitig als Zahnarzthelferin, um Geld für das Studium zu verdienen, und wenn sie dann einmal seltene Freizeit genoss, stürzte sie sich ins Studentenleben. „Aachen war eine tolle Zeit“, erinnert sie sich. Während der drei praktischen Jahre traf Andrea dabei auch auf Professor Dr. Dr. S. – einen Chirurgen in der Uniklinik Aachen, der sich seine Titel am liebsten auf die Stirn tätowiert hätte. „Nicht nur mir als Zahnärztin in Ausbildung, sondern auch dem Pflegepersonal gab er das Gefühl, aufgrund des Lebensalters weniger wert zu sein“, erinnert sie sich. „Das war grausam. Am Anfang traf mich das noch, am Ende gab ich ihm Kontra.“ Wenn die Zahnärztin heute an ihn denkt, weiß sie, wie sie es nicht machen möchte. „Ich habe hier gelernt“, erklärt sie, „dass ich meine Mitarbeiter immer wertschätzen muss.“

Peter

Von Aachen aus ging es privat nach Krefeld und beruflich in eine Klinik nach Kleve. Andrea hatte im Studium Daniel kennengelernt – einen waschechten Traarer, der heute ihr Ehemann ist – und wünschte sich, endlich mit ihm zusammenzuziehen. Jeden Morgen pendelte sie 85 Kilometer in die Klever Klinik und begegnete hier zum ersten Mal dem echten Praxisalltag einer Zahnärztin. „In einem Höllentempo leisteten die Ärzte und Angestellten Großartiges“, erinnert sie sich. „Innerhalb eines Monats hatte ich den gesamten Operationskatalog voll, den ich für meinen Abschluss brauchte.“ Auch nach dem Abschluss entschied sie sich, das Tempo zu halten und in Kleve weiterzuarbeiten. Rund drei Jahre blieb sie. „Der Chefarzt Peter war damals eine wichtige Person für mich. Im medizinischen Sinne hat er mir beigebracht, wie ich mit Messer und Gabel esse“, sagt sie lachend, und die Sommersprossen wippen. „Von ihm habe ich gelernt, meine Qualifikationen ehrlich einzuschätzen. Was ich kann, das mache ich. Was ich nicht kann, das gebe ich ab. So kann ich eine gute Zahnärztin sein.“

Veronika

Zur gleichen Zeit kam Veronika in Andreas Leben. Durch das schnelle Praxistempo doch immer mal wieder außer Atem, nahm die Kollegin und Freundin Andrea irgendwann zur Seite und erklärte ihr, „dass es immer noch einen anderen Weg gibt“. Zum ersten Mal kam die junge Frau in den Kontakt mit ganzheitlicher Medizin und erschloss sich eine Welt, die sie gleichermaßen faszinierte und begeisterte. „Veronika brachte mir bei, Patienten ganzheitlich zu betrachten, aber auch, eine rote Linie um mich zu ziehen“, erklärt Andrea. „Als Zahnärztin begegne ich Menschen mit vielen verschiedenen Krankheitsgeschichten. Durch Veronika weiß ich, wie ich empathisch agieren, aber trotzdem mit Sachverstand handeln kann.“

Henri

Mit dem Doktortitel in der Tasche und Veronikas neuem Universum auf dem Kompass nahm aber auch das Gefühl der Unvollständigkeit immer mehr Raum in Andreas Lebenswelt ein. Sie hatte das Gefühl, nicht komplett zu sein und wünschte sich mit Anfang 30 ein Kind. Schon als sich das Ei nur wenige Wochen eingenistet hatte, merkte sie, dass sich der Sinn für den eigenen Körper plötzlich veränderte. „Ich hörte auf einmal mehr in mir. Ich erkannte meine Bedürfnisse“, sagt sie, und die mit Armbändern geschmückten Hände schließen sich zusammen. Zur heiligen Stunde, während große Schneeflocken vom Himmel rieselten, kam Andreas und Daniels erstes Kind Henri im Jahr 2010 zur Welt.

Andrea Hemmerich ist dreifache Mama und leidenschaftliche Zahnärztin mit eigener Praxis in Bockum

Andrea

Auf Henri folgten Johannes und Carl, und es veränderte sich viel im Leben der heute 43-Jährigen. Andrea hört nicht nur anders auf den eigenen Körper, sondern begegnet auch Patienten und Mitarbeitern vielschichtiger. „Ihre Bedürfnisse und ihre Struktur stehen für mich im Fokus“, erklärt sie. „Es gibt immer mehrere Wege. Meine Aufgabe ist es, den individuell richtigen für den Patienten auszuwählen.“ Eine eigene Praxis sei dafür, so schildert sie, das beste Instrument und die Krönung einer Reise mit vielen Wegbegleitern. An der Goethestraße kann sie mit vollem Herzblut das vertreten, was sie von ihren Freunden gelernt hat: Als Zahnärztin und als Mensch nimmt Dr. Andrea Hemmerich Menschen in den Fokus.

Praxis Hemmerich
Goethestraße 61, 47799 Krefeld
Telefon: 02151-67757
www.praxis-hemmerich.de

Ann-Katrin Roscheck

Über den/die Autor/in: Ann-Katrin Roscheck

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Tags: , , , , , 0 Kommentare on Auf dem Weg mit FreundenVeröffentlicht am: 6. November 2021Zuletzt bearbeitet: 16. Februar 2023959 WörterGesamte Aufrufe: 667Tägliche Aufrufe: 14,8 Minuten Lesezeit

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