Verstaubte Alben längst in Vergessenheit geratener Erlebnisse lösen bei den Betrachtenden nicht selten Herzklopfen aus. Denn Fotos aus der Vergangenheit nehmen uns mit auf eine kleine Zeitreise. Sie zeigen Momente, in denen wir glücklich waren, Momente, in denen sich Historisches ereignet hat, Momente, die uns zu dem haben werden lassen, der wir heute sind. Auch abseits von den privaten Familienalben entfalten alte Fotografien die Magie der Nostalgie.
Die großen Ereignisse und kleinen Alltags-Augenblicke der letzten 70 Jahre haben die beiden Krefelder Pressefotografen Rudolf Brass und Karl Heinz Lengwenings auf etlichen Fotos eingefangen und so gigantische Archive der Stadtgeschichte geschaffen. Damit die alten Werke ihren Weg in die Gegenwart schaffen, entstauben Esther Jansen, Benjamin Keck und Peter Lengwenings die zahlreichen Filmrollen und Negative und machen sie Interessierten zugänglich.
Als „KRONIK“ haben sich Peter Lengwenings, Sohn von Karl Heinz Lengwenings und leidenschaftlicher Verwalter des väterlichen Bildschatzes, sowie Esther Jansen und Benjamin Keck, die die Pflege und Weiterentwicklung des Archivs von Brass‘ Sohn Christof übernommen haben, zusammengetan, um die Werke der zwei Fotografen für die unterschiedlichsten Zwecke zu kombinieren und so die städtische Erinnerungskultur zu pflegen.
Während Rudolf Brass von den 1960er- bis 2000er-Jahren aktiv die Geschehnisse rund um die Seidenstadt in über 1,5 Millionen Fotos festhielt, finden sich in Karl Heinz Lengwenings Fotosammlung bereits Bilder ab den 1950er-Jahren. Nicht nur die zeitliche Ergänzung macht die beiden Archive so interessant, sondern auch die individuelle Bildsprache der beiden Fotografen. Während Lengwenings virtuos die Schönheit des Alltags und menschliche Interaktion einfing, zeichnet sich bei Brass‘ ein unverkennbares Faible für Kunst, Mode und Skurriles ab. Motivische Überschneidungen gibt es in den Bereichen Events, Sport und Stadtentwicklung – eben dort, wo die Presse besonders aktiv war.
Wer in Krefeld geboren oder mit der Stadt verwachsen ist, wird auf den Bildern viel Vertrautes finden – manch einer hat auch schon sich selbst, Mutter, Vater oder einen alten Schwarm wiederentdeckt. Denn Brass und Lengwenings haben über die Jahre zigtausende Menschen vor der Linse gehabt. „Mit diesen Bildern tragen wir die Verantwortung über einen richtigen Schatz, das ist etwas ganz Besonderes, und jeder von uns hat in der bisherigen Arbeit mit den Fotos schon diverse Aha-Momente erlebt. Wenn jemand sich selbst als Kind oder eine nahestehende Person auf den Bildern wiederfindet, ist das etwas ganz Besonderes“, sind sich die drei Archivare einig.
Zum Start ihrer Zusammenarbeit haben sie ausgewählte Werke der beiden Fotografen zu Postkartensets zusammengestellt, beginnend mit stadtbildprägenden Motiven. Alltags- und Sportmotive folgen bald, und weitere Produkte sind bereits in Planung – in über 70 Dekaden fotografischer Erinnerungen findet sich mehr als genug Material…
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