„Abonnenten sind nicht so leicht zu vertreiben. Es ist zum Staunen, was ein guter Abonnent vertragt“, sagte einst der österreichische Dramatiker, Schauspieler und Autor Johann Nepomuk Nestroy. Und tatsächlich sind Theaterabonnenten in den meisten Fällen Überzeugungstäter, die ihrer Bühne über Jahre und Jahrzehnte treu bleiben. So wie Ursula aus Bockum, die sich selbst als „theatersüchtig“ bezeichnet – und deren Beziehung zum Theater Krefeld nun schon weit länger andauert als manch eine Ehe.
Die Mischung macht’s
Seit 1980 besucht die gebürtige Düsseldorferin regelmäßig den Zuschauerraum des Fünfspartenhauses, um sich dort die unterschiedlichsten Stücke anzusehen. Die 83-Jährige ist unweit des Opernhauses in der NRW-Landeshauptstadt aufgewachsen und durfte schon früh erste Inszenierungen besuchen. Angefangen mit einem Opern-Abo in ihrer Heimatstadt, ließ sie das liebgewonnene Hobby nach ihrem Umzug nach Krefeld weiterleben. Mit einem Abonnement für alle Sparten des Theaters tankt die unternehmungslustige Dame Monat für Monat ihre kulturellen Batterien auf. Sogar Mitglied bei den Theaterfreunden ist sie und steckt mit ihrer Begeisterung auch gerne andere an. Seit 2002 organisiert sie einmal im Monat kulturelle Ausflüge für Leute aus der Gegend. „Wir beginnen jetzt wieder; im Dezember fahren wir ins Picasso Museum nach Münster, aber regelmäßige Theaterbesuche gehören auch fest zu unserem Programm“, erzählt die elegante Dame.
Ein einladendes Haus
Besonders gefalle ihr und ihrer Abo-Truppe am Krefelder Theater die freundliche Atmosphäre. Den Abonnenten werde insgesamt ein sehr guter Service zuteil, findet sie. „Die Damen und Herren, die dort arbeiten, sind sehr nett und zuvorkommend. Und sie haben dort eine hervorragende Buchführung – da gab es Gutschriften, die hatte ich gar nicht mehr im Kopf. Das fand ich schon toll“, meint Ursula. „Nur die Akustik ist meiner Ansicht nach mehr auf musikalische Darbietungen ausgelegt, deshalb versteht man die Akteure beim Schauspiel manchmal nicht so gut.“ Dass es auch mal kleine Unzulänglichkeiten gebe, findet Ursula aber ganz normal – jedes Haus habe eben seine Stärken und Schwächen. Ihr als Opernliebhaberin gefalle im Krefelder Theater besonders das Musiktheater, aber das Ballett hat es ihr inzwischen mindestens genauso angetan. „Das ist ganz großartig. Robert North, die ganze Truppe, ist wirklich gut“, schwärmt sie.
Erinnerungen und Vorfreude
Mit vielen Theaterbesuchen entstehen unweigerlich auch viele Erinnerungen. Allein aus den letzten paar Jahren sind der 83-Jährigen noch einige Inszenierungen lebhaft im Gedächtnis. „Der zerbrochene Krug hat mir sehr gut gefallen, das war 2017. Da hat der Intendant, Herr Grosse, selbst mitgespielt – der ist gut“, erinnert sie sich. Und das, obwohl die Komödien eigentlich weniger ihr Ding sind. „,Schuld und Sühne‘ 2017 war auch schön. Schwere Kost. Aber wenn Theater ich ins Theater gehe, dann sehe ich gerne schwere Kost“, lacht Ursula. Da unterscheidet sie sich tatsächlich von den vielen anderen Abonnenten. Jüngsten Anlass zur Begeisterung gab ihr die Inszenierung von Queens Last Night. Prädikat: „Großartig.“
Ihre Theatererlebnisse – solche, die noch kommen und die vergangenen – hat Ursula in Mappen ordentlich dokumentiert, vor allem seit ihrer Zeit als Gruppenleiterin. Und an jede gekauften Karte für die kommenden Monate hat sie einen Infoflyer geheftet, um alle wichtigen Eckdaten direkt zur Hand zu haben. „Ja, ich habe eigentlich ein richtiges Archiv“, schmunzelt sie. Für die nahe Zukunft kann Ursula schon eine ganze Reihe an Inszenierungen nennen, die sie sich anschauen wird. Allen voran: „Die Winterreise“. „Da hatte ich vor Corona ganz viele Anmeldungen in meiner Gruppe, aber die Aufführung musste verschoben werden. Das möchte ich sehr gerne sehen – und das Ballett ‚Alles neu‘“, verrät sie. „Und natürlich ‚Drei Schwestern‘ von Tschechow, das guck ich mir auf jeden Fall an. Und ,Nathan der Weise‘.“
Kulturelle Bildung
Für die Wahlkrefelderin war und ist der regelmäßige Theaterbesuch keine reine Abendunterhaltung, sondern oft auch Anlass zur Weiterbildung und persönlichen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, politischen und psychologischen Themen. Steht ein anspruchsvolles Stück an, bereitet sie sich darauf vor. „Ich habe ganz viele dieser kleinen Reclam-Hefte. Immer, wenn ich in irgendein Stück ging, eines der Klassiker, dann habe ich mir erst mal so eins gekauft und gelesen. Die habe ich sogar alle noch“, erzählt sie. Eine besondere Bibliothek – nicht zuletzt, weil Ursula ihre Theaterfreude inzwischen auch an ihre Enkelkinder weitergibt. Vielleicht treten sie ja in ein paar Jahren in die Fußstapfen ihrer kulturaffinen Großmutter…
Kultur im Dauerbezug – Ein Theater, viele Optionen
Jedes Jahr im Januar startet die Abo-Saison für einen vom Abonnenten selbst bestimmten Zeitraum. Feste Vorstellungstermine ermöglichen eine langfristige und verlässliche Planung – gleichzeitig ist es jederzeit möglich, Vorstellungstermine zu tauschen, falls etwas dazwischenkommt. Dabei erfahren die abonnierten Vorstellungen eine bis zu 40-prozentige Rabattierung, und der Abonnentenausweis ermöglicht zudem einen vergünstigten Zugang zu Vorstellungen außerhalb des eigenen Abos. Wer geistige und kulinarische Nahrung kombinieren möchte, findet beides im Genießer-Abo vereint. Ein spezielles Abo zu Weihnachten gibt es auch: Das Paket zum Verschenken umfasst die Inszenierungen „Nathan der Weise“, „Beethoven!“ und „Sunset Boulevard“.
Wie genau das eigene Abo gestaltet wird, können Interessierte einfach über die Abo-Hotline 0800-0801808 oder per Mail an abo@theater-kr-mg.de abstimmen. Alle Infos unter www.theater-kr-mg.de/ihre-abos
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