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Der Flachsmarkt öffnet Pfingsten seine Pforten Von Ritterspielen, Babsbären und Mohnjuwelen:

Flachsmarkt Krefeld_Kredo 03-2022

Kräftig wird der Blasebalg von Hand auf und ab bewegt. Die ausströmende Luft schürt die rote Glut. Funkenschwärme fliegen wie Glühwürmchen durch die Werkstatt, im Gleichtakt ertönen die kräftigen metallischen Klänge des Schmiedehammers, der das Hufeisen auf dem Amboss Schlag für Schlag in seine Form treibt. Aus der Ferne erklingt mittelalterliche Musik, Falkner lassen ihre Greifvögel kreisen, und Marktbeschicker preisen allerorts ihre handgefertigten Waren an. Mannigfaltige Düfte locken hier zu köstlichem Zwiebelkuchen, da zu frischen Waffeln, dort zu einer opulenten Fleischermeisterpfanne.

Kein Zweifel, er ist ein Fest für alle Sinne: Der Flachsmarkt entfaltet endlich wieder seinen Zauber für Jung und Alt. Über Pfingsten präsentiert der beliebte Erlebnismarkt traditionelles Handwerk aus dem In- und Ausland rund um die Linner Burg. 

Flachsmarkt Krefeld_Kredo 03-2022
Der Flachsmarkt erstreckt sich rund um die mittelalterliche Burg Linn

Die Wurzeln des Flachsmarktes liegen 707 Jahre zurück

Historisch geht die Tradition des Flachsmarktes bis in die Zeit der Stadterhebung Linns um 1315 zurück. Bereits damals wurden der in der Umgebung angebaute Flachs sowie Produkte daraus, wie zum Beispiel Leinen, auf dem Linner Andreasmarkt verkauft oder gegen Haushaltswaren oder Vieh getauscht. Schon bald entwickelte sich dieser „Flachsmarkt“ zu einem der bedeutendsten Märkte der Region. 

1903 fand der letzte ursprüngliche Flachsmarkt statt und geriet in Vergessenheit. 1974 wurde er als Handwerkermarkt in seiner heutigen Form von Linner Bürgern wiederbelebt und findet seit der Gründung der Flachsmarktgemeinschaft 1978 alljährlich rund um Burg Linn statt.

„Wir sind glücklich, dass wir nach der zweijährigen Zwangspause endlich wieder loslegen können“, freut sich Organisator Alexander Raitz von Frentz von der Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt und ergänzt: „Nun sind wir mit rund 400 Helferinnen und Helfern aus nahezu allen Linner Vereinen im Einsatz, um das Großprojekt gemeinsam zu stemmen.“ Immerhin sind es rund 300 Stände, an denen Handwerk, Kunst und Waren angepriesen und oftmals sogar vor Ort angefertigt werden. Zu den Ausstellenden gehören Achat- und Fossilienschleifer, Steinmetze, Drechsler und Goldschmiede, Schnitzer und Filzer, Töpfer, Buchbinder und -drucker, Bürsten- und Hutmacher und vieles andere mehr.

Schmuckdesignerin Simone Drechsel kreiert „Mohnjuwelen“

Mit dabei ist auch Schmuckdesignerin Simone Drechsel, deren Arbeiten von der Fülle und Formenwelt der Natur inspiriert sind. „Mein Garten ist meine Energiequelle für Lebensqualität und Ort der Inspiration“, beschreibt sie mit spürbarem Optimismus ihre Haltung. „Seit 2009 fertige ich aus Naturvorlagen meinen Schmuck. Nach dem Prozess der Umwandlung zu Schmuckobjekten verändern die Vorlagen aus der Pflanzenwelt ihre Aussagekraft, und ihre Schönheit wird unvergänglich. Mohn gehört zu meinen Lieblingspflanzen. Da wollte ich von Anfang an eine Alleinstellung mit Wiedererkennung schaffen. Und so entstanden meine ersten Mohnjuwelen.“

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Simone Drechsels Mohnjuwelen

Die Mohnkapseln werden zunächst getrocknet, geöffnet, präpariert und mit flüssigem Gips gefüllt. Nach der Aushärtung werden die Pflanzstoffe nach starker Erhitzung ausgeschleudert. Die verbleibende Gipsform bildet die Basis für das neue Schmuck-Unikat. Anhand dieser Idee konnte Drechsel mit viel Experimentierfreude aus verschiedenen Naturstoffen eine ganz eigene Schmucklinie kreieren. „Viele Pflanzen säe und kultiviere ich in meinem eigenen Garten oder bringe sie von meinen Spaziergängen und Reisen mit. Manchmal verarbeite ich auch Mitbringsel von Kunden“, erzählt sie. Einblicke in ihren kreativen Schaffensprozess bekommt man an Stand Nr. 190 auf dem Flachmarkt.

Barbara Fritsch erschafft Lebensbegleiter für Jung & Alt

Eine weitere Ausstellerin, die sicherlich auf viele große Kinderaugen treffen wird, ist Barbara Fritsch, die ihre Begeisterung für Stoffbären im Alter von vier Jahren entdeckte und später zum Beruf machte. „Wenn die Liebe zu den drolligen Teddybären erst einmal entflammt ist, hört sie niemals auf“, schwärmt die passionierte Bärennäherin. Während ihrer Arbeit als Fußpflegerin bekam sie von einer Kundin Stoff geschenkt. Daraus entstand ihr erster selbst genähter Bär – die Geburtsstunde der „Babsbären“.

Die Resonanz war so positiv, dass Barbara Fritsch fortan ihren eigenen Stil entwickelte: „Ich kaufe nur hochwertige Stoffe und kreiere ein individuelles Schnittmuster in verschiedenen Größen. Meine Babsbären haben außerdem ein ganz besonderes Markenzeichen: Sie erhalten ein Glitzersteinchen am Arm, die Mädchen rechts und die Jungen links“, erklärt Fritsch, die seit einiger Zeit auf der dänischen Insel Læsø lebt. Jeder Bär erhält auch eine Bernsteinkette aus ihrer neuen Wahlheimat. Die Stofftiere sind allesamt Unikate, vollständig von Hand genäht und mit für Allergiker geeigneter Öko-Tex-Watte gefüllt. Ein Zertifikat dokumentiert zudem Geburtstag, Namen und Nummer.

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Diese Babsbären heißen Ernie und Bert

Diese liebevolle Herstellung zahlt sich aus. „Edgar und Bobby haben 2019 auf der Europameisterschaft für Teddybärenmacher in der Kategorie „Teddybär Urform unbekleidet“ und „Anfänger Teddybär unbekleidet“ jeweils den 3. Platz belegt. „Da war ich als Neuling in der Teddynäherbranche schon mächtig stolz“, erzählt Barbara Fritsch fröhlich. Wie Edgars und Bobbys Brüder und Schwestern aussehen, kann man am Flachsmarkt-Stand Nr. 273 bewundern.

Clever zum Flachsmarkt mit dem KombiTicket – Geld sparen und entspannt anreisen

Neben einer großen Fülle unterschiedlicher Aussteller, die Interessantes für alle Generationen bereithalten, bietet das Team der Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt in diesem Jahr besondere Serviceleistungen und Angebote: „Die Familienfreundlichkeit ist uns besonders wichtig. Wir wollen mit ganz vielen Angeboten speziell Kinder begeistern und zum Mitmachen animieren“, betont Schatzmeisterin Melanie Teeuwen, „am Pfingst-Samstag ist unser großer Familientag, wo Kinder unter 16 Jahren freien Eintritt haben.“

Um die Anreise zu vereinfachen, hat sich das Organisationsteam eine umweltfreundliche und unkomplizierte Lösung ausgedacht. „Unsere Stammbesucher kennen die Probleme mit den Parkplätzen“, schmunzelt Alexander Reitz von Frentz, „umso mehr freuen wir uns, erstmals das sogenannte KombiTicket anbieten zu können. Es ermöglicht nicht nur den Eintritt zum Flachsmarkt, sondern auch eine bequeme Anfahrt und Heimreise mit dem Öffentlichen Personennahverkehr im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, das heißt: Es ist gültig für die Preisstufe B im Tarifgebiet Krefeld.“

Das KombiTicket kann an den Pfingsttagen in allen Bussen und Bahnen oder im Vorverkauf der SWK-Mobil-Verkaufsstellen sowie in den Filialen der Sparkasse Krefeld in Oppum, Uerdingen und Linn erworben werden. Neu konzipiert wurde zudem ein Programmflyer. Als übersichtlicher Faltplan vermittelt er eine rasche Orientierung auf dem weitläufigen Gelände.

Flachsmarkt Krefeld_Ritter_Kredo 03-2022

www.flachsmarkt.de

Öffnungszeiten:
Samstag, 4. Juni (Familientag), 10-19 Uhr
Sonntag, 5. Juni, 10-19 Uhr
Montag, 6. Juni, 10-18 Uhr

Eintrittspreise: KombiTicket Erwachsene 10,- € und Kinder 3,- €